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Warum es jedes Jahr im November anfängt

Die Erkältungssaison kommt so pünktlich, dass man die Uhr danach stellen könnte. Es liegt weniger an der Kälte, als die meisten denken — und mehr an trockener Heizungsluft und geschlossenen Fenstern.

30. September 2026 · 3 Minuten Lesezeit

Eukalyptuszweige und Zitrusschalen auf hellem Leinen

Es ist jedes Jahr dieselbe Woche. Die Uhren werden umgestellt, die Heizung geht an — und ein paar Tage später fängt im Büro jemand an zu husten.

Die naheliegende Erklärung ist die Kälte. Die ist aber bestenfalls die halbe Wahrheit, und sie führt dazu, dass die meisten an der falschen Stelle ansetzen.

Was sich im November wirklich ändert

Wir gehen rein. Im Sommer verteilen sich Menschen über Parks, Balkone und offene Räume. Ab November sitzen dieselben Menschen in geschlossenen Zimmern mit geschlossenen Fenstern. Die Nähe ist das Entscheidende, nicht die Temperatur draußen.

Die Luft wird trocken. Das ist der am meisten unterschätzte Punkt. Kalte Außenluft kann kaum Feuchtigkeit halten. Wird sie hereingelassen und auf Zimmertemperatur erwärmt, sinkt die relative Luftfeuchtigkeit drastisch — in gut geheizten Wohnungen regelmäßig auf 25 oder 30 Prozent. Angenehm sind 40 bis 60.

Trockene Luft merkt man an Kleinigkeiten: Die Nase fühlt sich morgens rau an, die Lippen springen, die Augen sind abends müde. Die Schleimhäute in Nase und Rachen trocknen aus — und eine trockene Schleimhaut ist schlechter in Form als eine feuchte.

Es wird dunkel. Wer um sieben aufsteht und es ist noch Nacht, bekommt über Monate deutlich weniger Tageslicht. Das verschiebt den Schlafrhythmus, und wer schlechter schläft, startet generell geschwächter in den Tag.

Was tatsächlich etwas bringt

Die wirksamsten Maßnahmen sind unspektakulär und kosten fast nichts:

  1. Stoßlüften, mehrmals täglich. Fenster weit auf für fünf Minuten, nicht gekippt. Gekippte Fenster tauschen kaum Luft aus, kühlen aber die Wände aus.
  2. Luftfeuchtigkeit beobachten. Ein Hygrometer kostet unter zehn Euro und ist das aufschlussreichste Gerät, das man im Winter kaufen kann. Die meisten sind überrascht, wie trocken es bei ihnen ist.
  3. Mehr trinken, als sich richtig anfühlt. Im Winter fehlt das Durstgefühl, der Bedarf bleibt.
  4. Raus, solange es hell ist. Zwanzig Minuten Tageslicht am Mittag sind mehr wert als jedes Nahrungsergänzungsmittel.
  5. Hände waschen. Langweilig, aber nach wie vor die wirksamste Einzelmaßnahme überhaupt.

So sieht das bei mir konkret aus

Mein Winterritual betrifft vor allem den Raum, nicht mich:

  1. Morgens Stoßlüften, fünf Minuten, alle Fenster.
  2. Danach Diffusor an, eine Stunde: drei Tropfen Eukalyptus, zwei Tropfen Zitrone. Der Diffusor bringt nebenbei etwas Feuchtigkeit in die Luft, und der Raum riecht nach etwas anderem als nach Heizung.
  3. Abends im Schlafzimmer eine Schale Wasser auf der Heizung — simpel, aber die Luftfeuchtigkeit im Raum steigt dadurch messbar.

Eukalyptus (Eucalyptus radiata) und Zitrone (Citrus limon) nehme ich, weil die Kombination den stickigen Eindruck nimmt, den geheizte Räume im Winter bekommen. Es ist eine Frage des Raumklimas und des Eindrucks, nicht mehr.

Wichtig: Eukalyptus gehört nicht ins Kinderzimmer bei kleinen Kindern und nicht in die Nähe von Babys. Dafür gibt es sanftere Alternativen, und bei Kindern ist die Kinderärztin ohnehin die bessere Adresse als jede Seite im Internet.

Was dieser Text nicht behauptet

Nichts davon verhindert eine Erkältung. Ein gut gelüfteter Raum mit angenehmer Luftfeuchtigkeit ist angenehmer, mehr sage ich nicht — und wer behauptet, ein Fläschchen aus dem Diffusor würde einen durch den Winter bringen, verkauft etwas.

Wenn es dich erwischt hat, es länger dauert, Fieber dazukommt oder du dir unsicher bist: Hausarztpraxis. Das ist keine Floskel am Textende, sondern tatsächlich der nächste Schritt.

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Dieser Artikel ist allgemeine Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Ich bin unabhängige doTERRA Wellness Advocate und erhalte Provisionen aus vermittelten Verkäufen.