Teebaumöl steht in sehr vielen Badezimmerschränken. Es ist günstig, überall zu bekommen und hat einen Ruf, der ihm vorauseilt. Was deutlich seltener danebensteht, ist das Wissen, wie man es eigentlich benutzt.
Dieser Text handelt ausschließlich davon: Verhältnisse, Tropfen, Haltbarkeit. Keine Versprechen, was es tut — dazu weiter unten mehr.
Was es ist
Teebaumöl wird aus den Blättern von Melaleuca alternifolia destilliert, einem australischen Baum. Mit dem Teestrauch hat es nichts zu tun; der Name geht auf europäische Seefahrer zurück, die aus den Blättern einen Aufguss machten.
Es riecht scharf, krautig, etwas medizinisch — viele mögen es beim ersten Mal nicht. Der Geruch ist kein Qualitätsmangel, so riecht das Öl.
Verdünnen: die eigentliche Regel
Der häufigste Fehler ist, es pur auf die Haut zu geben. Ätherische Öle sind hochkonzentriert, und Teebaumöl gehört zu denen, die bei empfindlicher Haut zuverlässig reizen.
Es wird in ein Trägeröl gegeben — Jojoba, Mandel oder fraktioniertes Kokosöl. Praktische Mengen, mit denen man ohne Rechnen auskommt:
| Konzentration | Auf 10 ml Trägeröl | Wofür üblich |
|---|---|---|
| 1 % | 3 Tropfen | empfindliche Haut, Gesicht, erste Versuche |
| 2 % | 6 Tropfen | der normale Alltagsbereich |
| 3 % | 9 Tropfen | kleine Stellen, punktuell |
Ein Teelöffel entspricht ungefähr 5 ml, ein Esslöffel ungefähr 15 ml. Damit kommt man ohne Messbecher aus.
Vor der ersten Anwendung: eine kleine Menge der fertigen Mischung in die Armbeuge geben und einen Tag abwarten. Das klingt übervorsichtig, kostet aber nur einen Tag — und wer eine Unverträglichkeit hat, merkt es lieber dort als im Gesicht.
Im Diffusor
Für einen normalen Raum reichen drei bis fünf Tropfen auf eine Füllung Wasser. Teebaum ist geruchsintensiv; mehr ist hier schnell unangenehm. Viele mischen es deshalb — zwei Tropfen Teebaum, drei Tropfen Zitrone — was die scharfe Spitze nimmt.
Nicht dauerhaft laufen lassen. Dreißig bis sechzig Minuten, dann eine Pause. Das gilt für alle ätherischen Öle und hat einen einfachen Grund: Die Nase gewöhnt sich ohnehin, und mehr Duft ist ab einem Punkt nur noch mehr Duft.
Haltbarkeit
Teebaumöl verändert sich mit der Zeit stärker als viele andere Öle, weil es mit Sauerstoff reagiert. Ein oxidiertes Fläschchen riecht flacher, manchmal etwas terpentinartig — und es reizt die Haut deutlich eher als frisches.
- Dunkles Glas, fest verschlossen. Kein Plastik, kein Klarglas.
- Kühl und dunkel. Nicht im Fenster, nicht neben der Heizung. Das Badezimmer ist wegen der Temperaturschwankungen kein idealer Ort.
- Nach dem Öffnen etwa ein Jahr für die Anwendung auf der Haut. Im Diffusor kann man es länger aufbrauchen.
- Im Zweifel: riechen. Wenn es anders riecht als beim Kauf, nicht mehr auf die Haut.
Was damit nicht gemacht wird
- Nicht einnehmen. Teebaumöl ist nicht zum Schlucken gedacht, und das gilt ausdrücklich auch für kleine Mengen.
- Nicht in die Augen, nicht in die Nase, nicht in Schleimhäute. Falls doch etwas hineingerät: mit Trägeröl auswischen, nicht mit Wasser, weil sich das nicht mischt.
- Nicht bei Haustieren. Besonders Katzen vertragen es nicht. Das Fläschchen gehört außerhalb ihrer Reichweite.
- Nicht bei Babys und Kleinkindern, und in Schwangerschaft und Stillzeit vorher ärztlich abklären.
- Nicht auf verletzte Haut.
Und was es bewirkt?
Dazu sage ich bewusst nichts. Über Teebaumöl kursieren sehr viele Behauptungen, und ich bin weder Ärztin noch Apothekerin. Wenn du ein konkretes Hautthema hast, ist die dermatologische Praxis die richtige Adresse — nicht ein Fläschchen aus dem Internet und nicht meine Einschätzung.
Was ich sagen kann: Es ist ein sehr verbreitetes, gut erforschtes Öl, und wer es verwendet, sollte wenigstens wissen, wie man es verdünnt. Das war der Zweck dieses Textes.
