Es ist jedes Jahr dieselbe Woche. Die Uhren werden umgestellt, die Heizung geht an, und ein paar Tage später sitzt im Büro jemand mit einer Packung Taschentücher am Schreibtisch.
Die naheliegende Erklärung ist die Kälte. Die ist aber bestenfalls die halbe Wahrheit, und sie führt dazu, dass die meisten an der falschen Stelle ansetzen.
Was sich im November wirklich ändert
Wir gehen rein. Im Sommer verteilen sich Menschen über Parks, Balkone und offene Räume. Ab November sitzen dieselben Menschen in geschlossenen Zimmern mit geschlossenen Fenstern. Die Nähe ist das Entscheidende, nicht die Temperatur draußen.
Die Luft wird trocken. Das ist der am meisten unterschätzte Punkt. Kalte Außenluft kann kaum Feuchtigkeit halten. Wird sie hereingelassen und auf Zimmertemperatur erwärmt, sinkt die relative Luftfeuchtigkeit drastisch. In gut geheizten Wohnungen regelmäßig auf 25 oder 30 Prozent. Angenehm sind 40 bis 60.
Trockene Luft merkt man an Kleinigkeiten: Die Nase fühlt sich morgens rau an, die Lippen springen, die Augen sind abends müde. In trockener Luft fühlt sich das Atmen rauer an. Das kennt jeder, der im Winter mit kratzigem Hals aufwacht, ohne krank zu sein.
Es wird dunkel. Wer um sieben aufsteht und es ist noch Nacht, bekommt über Monate deutlich weniger Tageslicht. Das verschiebt den Schlafrhythmus, und wer schlechter schläft, startet generell geschwächter in den Tag.
Was tatsächlich etwas bringt
Die wirksamsten Maßnahmen sind unspektakulär und kosten fast nichts:
- Stoßlüften, mehrmals täglich. Fenster weit auf für fünf Minuten, nicht gekippt. Gekippte Fenster tauschen kaum Luft aus, kühlen aber die Wände aus.
- Luftfeuchtigkeit beobachten. Ein Hygrometer kostet unter zehn Euro und ist das aufschlussreichste Gerät, das man im Winter kaufen kann. Die meisten sind überrascht, wie trocken es bei ihnen ist.
- Mehr trinken, als sich richtig anfühlt. Im Winter fehlt das Durstgefühl, der Bedarf bleibt.
- Raus, solange es hell ist. Zwanzig Minuten Tageslicht am Mittag sind mehr wert als jedes Nahrungsergänzungsmittel.
- Hände waschen. Langweilig, aber nach wie vor die wirksamste Einzelmaßnahme überhaupt.
So sieht das bei mir konkret aus
Mein Winterritual betrifft vor allem den Raum:
- Morgens Stoßlüften, fünf Minuten, alle Fenster.
- Danach Diffusor an. Der Diffusor bringt nebenbei etwas Feuchtigkeit in die Luft, und der Raum riecht nach etwas anderem als nach Heizung.
- Abends im Schlafzimmer eine Schale Wasser auf der Heizung. Simpel, aber die Luftfeuchtigkeit im Raum steigt dadurch messbar.
Die zwei Mischungen, auf die ich im Winter nicht verzichte
Einzelöle wie Eukalyptus (Eucalyptus radiata) und Zitrone (Citrus limon) nehmen den stickigen Eindruck geheizter Räume. Von Oktober bis März stehen bei mir aber zwei fertige Mischungen vorn, und zwar aus gutem Grund:
doTERRA Air ist die Atemwegsmischung des Hauses, und sie besteht aus acht Ölen: Lorbeerblatt, Pfefferminze, Eukalyptus, Teebaum, Zitrone, Kardamom, Ravintsara und Ravensara. Die letzten beiden sind tatsächlich zwei verschiedene Pflanzen, die ständig verwechselt werden — Ravintsara ist ein Kampferbaum, Ravensara eine eigene Art aus Madagaskar. doTERRA nimmt beide. Im Diffusor macht sie den Raum spürbar frei und klar. Das ist der Duft, nach dem bei uns im Winter die ganze Wohnung riecht. Es gibt sie auch als Touch-Roll-On, dann kommt sie bei mir auf Brust und Nacken.
doTERRA OnGuard ist die Mischung, die ich am häufigsten empfehle, und für mich die wichtigste der beiden: Wild Orange, Nelke, Zimt, Eukalyptus und Rosmarin. Warm, würzig, ein bisschen wie Weihnachten. Sie läuft bei uns im Diffusor, wenn jemand aus dem Kindergarten etwas mitgebracht hat, und es gibt sie außerdem als Handseife, als Spray für Türklinken und Einkaufswagen und als Halspastillen.
Beide sind Mischungen, die jemand zusammengestellt hat, der mehr von Chemie versteht als ich. Das ist bei Mischungen der eigentliche Wert. Einzelöle kann man selbst kombinieren, bei diesen beiden würde ich es nicht versuchen.
Wenn du mit einem von beiden anfängst: nimm OnGuard.
Wichtig: Eukalyptus gehört nicht ins Kinderzimmer bei kleinen Kindern und nicht in die Nähe von Babys. Dafür gibt es sanftere Alternativen, und bei Kindern ist die Kinderärztin ohnehin die bessere Adresse als jede Seite im Internet.
Wo ich die Grenze ziehe
Ich bin überzeugt davon, dass das hier etwas bringt. Sonst würde ich es nicht seit Jahren machen und nicht darüber schreiben. Ein gut gelüfteter Raum mit angenehmer Luftfeuchtigkeit und einem Duft, der nicht nach Heizung riecht, ist ein anderer Raum. Das ist meine Erfahrung, und die Erfahrung vieler Menschen, mit denen ich arbeite.
Was ich dir nicht sage, sind Belege aus der Forschung. DoTERRAs Richtlinien untersagen Wellness-Botschafterinnen, Forschungsergebnisse Dritter zu teilen. Ich halte es deshalb so: Ich erzähle dir, was ich tue und warum, und du probierst aus, was dir davon etwas gibt. Das Hygrometer und das offene Fenster überzeugen dich ohnehin schneller als jede Quellenangabe.
Und das andere bleibt daneben bestehen. Wenn es dir länger nicht gut geht oder du dir unsicher bist, gehört das in die Hausarztpraxis. Nicht weil Öle nichts können, sondern weil beides seinen Platz hat und sich gegenseitig nicht ersetzt.
