Magazin

Trägeröl — welches wofür, und warum überhaupt

Ohne Trägeröl geht auf der Haut gar nichts. Was Jojoba von Mandel und fraktioniertem Kokosöl unterscheidet, welche Mischungsverhältnisse gelten und wie lange eine selbst gemischte Flasche hält.

07. Oktober 2026 · 3 Minuten Lesezeit

Trägeröl in einer Glasschale neben frischen Kräutern

Es ist die Frage, die nach dem ersten Fläschchen kommt und auf die am seltensten jemand eine klare Antwort gibt: Womit verdünne ich das eigentlich?

Warum überhaupt verdünnen

Ätherische Öle sind hochkonzentrierte Pflanzenauszüge. Für 15 ml Lavendel braucht es etwa ein Kilogramm Blüten — was in dem Fläschchen steckt, würde die Pflanze über Wochen abgeben.

Unverdünnt auf die Haut ist das zu viel. Nicht dramatisch, aber unnötig: Die Haut nimmt verdünnt nicht weniger auf, sie verträgt es nur besser. Und wer hochkonzentrierte Öle wiederholt pur aufträgt, riskiert eine Empfindlichkeit, die er vorher nicht hatte — und die bleibt dann.

Das Trägeröl verteilt den Wirkstoff auf eine größere Fläche und verlangsamt die Aufnahme. Mehr macht es nicht, und mehr braucht es nicht.

Die drei, die man wirklich braucht

Fraktioniertes Kokosöl. Der Allrounder. Flüssig bei Zimmertemperatur, farblos, geruchsneutral, zieht schnell ein und wird nicht ranzig — es ist praktisch unbegrenzt haltbar. Fleckt nicht auf Kleidung. Wenn du dich für eines entscheiden musst, dieses.

Jojobaöl. Botanisch genau genommen ein flüssiges Wachs, und das ist der Grund für seine Besonderheit: Es ähnelt dem, was die Haut selbst bildet, und fühlt sich deshalb kaum fettig an. Sehr lange haltbar. Teurer als Kokos, dafür die bessere Wahl fürs Gesicht.

Süßes Mandelöl. Das klassische Massageöl. Etwas schwerer, zieht langsamer ein, dadurch angenehm für großflächiges Einreiben. Deutlich kürzer haltbar — etwa ein Jahr, kühl gelagert. Nicht bei Nussallergie.

Alles andere ist Feinabstimmung. Mit diesen dreien deckst du alles ab.

Mischungsverhältnisse

Immer gleich, egal welches Trägeröl:

Konzentration Auf 10 ml Auf 30 ml Wofür
1 % 3 Tropfen 9 Tropfen Gesicht, empfindliche Haut
2 % 6 Tropfen 18 Tropfen der Alltagsbereich
3 % 9 Tropfen 27 Tropfen kleine Stellen, punktuell
5 % 15 Tropfen 45 Tropfen nur kurzfristig, kleinflächig

Ein Teelöffel sind etwa 5 ml, ein Esslöffel etwa 15 ml.

Bei Kindern gilt deutlich weniger, und nicht jedes Öl ist geeignet. Welche Konzentration in welchem Alter sinnvoll ist, besprichst du besser mit der Kinderärztin — das hängt von Alter, Haut und Öl ab, und dafür ist ein Artikel das falsche Werkzeug.

Wie lange hält die Mischung

Das Trägeröl bestimmt die Haltbarkeit, nicht das ätherische Öl.

  • Mit fraktioniertem Kokosöl: ein bis zwei Jahre
  • Mit Jojoba: ein bis zwei Jahre
  • Mit Mandelöl: etwa sechs Monate, kühl gelagert

Mische lieber kleine Mengen. 10 ml klingen nach wenig, reichen aber für Wochen — und eine frische Mischung ist angenehmer als eine, die seit einem Jahr im Bad steht.

Dunkles Glas verwenden, nicht Plastik. Ätherische Öle lösen mit der Zeit Weichmacher aus Kunststoff.

Was kein Trägeröl ist

Wasser. Öl und Wasser mischen sich nicht. Ein Tropfen in ein Glas Wasser schwimmt obenauf und trifft die Haut dann unverdünnt — das Gegenteil dessen, was gewollt war.

Speiseöl aus der Küche. Geht im Notfall, riecht aber vor. Olivenöl überdeckt jeden feinen Duft.

Bodylotion. Kann man hineingeben, aber die Mischung ist schwer zu dosieren und hält kürzer, weil Lotionen Wasser enthalten.

Ein praktischer Einstieg

Eine 30-ml-Flasche fraktioniertes Kokosöl und ein Öl deiner Wahl. 18 Tropfen hinein, schütteln, fertig — das ist eine 2-prozentige Mischung und deckt die allermeisten Anwendungen ab.

Von dort aus merkst du selbst, ob du es dünner oder kräftiger magst.

Wenn du weitergehen möchtest

Haut & Pflegeroutine

Teebaum und Weihrauch als Ergänzung zur täglichen Pflege — richtig verdünnt, sparsam dosiert, ohne Versprechen.

Dieser Artikel ist allgemeine Information und ersetzt keine ärztliche Beratung. Ich bin unabhängige doTERRA Wellness Advocate und erhalte Provisionen aus vermittelten Verkäufen.